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LIGNA 
ist nominiert für den George Tabori Preis 2017!  
Preisverleihung am 24.5.2017 im Hau, Berlin. 

LIGNA 
was nominated for the George Tabori Award!
Award ceremony May 24 at the Hau Theatre, Berlin


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Unfreiwilliges Erbe

Die Stimmen aus dem Kopfhörer sind Totenstimmen. Sie werden – wie jedes Erbe – in die Welt entlassen, ohne dass ihre Erblasser den Umgang mit ihnen noch kontrollieren können. Sie zerstreuen sich über das Depot des Museums, verlassen aber auch dieses und vergegenwärtigen im Stadtraum ein unfreiwilliges Erbe: das des Faschismus. Dabei geht es weniger um eine historische Aufarbeitung, als um die unheimlichen Wiedergänger des Erbes in jüngster Zeit: die Herrschaft des Ressentiments, die Angstlust an einer paranoiden Weltwahrnehmung und die Wiederkehr des autoritären Charakters. Die HörerInnen aktualisieren die in QR-Codes gleichsam sichtbaren und verborgenen Stimmen vor Ort. Die Hörsituationen erscheinen dabei selbst als unkontrollierbares Erbe, als Produktion, in der die Frage nach der politischen Verantwortung und Handlungsfähigkeit bearbeitbar wird.




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Ausgehend von Günter Sterns erstmals seit 1930 wiederveröffentlichten Text 'Spuk und Radio' haben wir Texte und Überlegungen zum Radio als Medium zusammengestellt, die sich der gängigen Perspektive (100 Jahre Radio in Deutschland) entziehen. Es geht um die Gespenstigkeit der vervielfältigten Stimme, die Geister des DX-Fishing und der Flugapparate Brechts, um die eingebildeten Massenhysterie an Halloween 1938, die paranoiden Radiotheorien des 20. Jahrhunderts, eine Philosophie des Radios, Radio Alice und der Katastrophe, die das Radio - wie in Ruanda in den 1990er jahren produzieren kann.

Mit Beiträgen von Michaela Melián, Brandon LaBelle, Ole Frahm, Klemens Gruber, John Mowitt, Patrick Primavesi, Milo Rau, Jeffrey Sconce und Andreas Stuhlmann.

Eine Besprechung im Feuilletongespräch auf Deutschlandradio
Und hier eine Rezension im SWR-Dokublog
www.kulturgespenster.de