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ICH FOLGE NICHT
Worauf hören wir, wenn wir durch die Stadt gehen? Aller Revolutionen zum Trotz, die jedweder Hörigkeit ein Ende bereiten sollten, hören wir heute auf zahllose Regeln, die uns unsere Wahrnehmung, unser Alltag und die gesellschaftlichen Normen einflüstern. Nur wer sich Kopfhörer aufsetzt, beginnt anderen Regeln zu folgen: die Musik gibt der Umgebung einen anderen Rhythmus, der Alltag gehört nicht mehr den anderen – und die seltsame Freiheit des Hörens beginnt.


I won´t follow
What are we hearing, whom do we obey, when we walk the city? Despite of all revolutions we still follow an uncountable set of rules, which our perception, our every day life and societal norms are whispering into our ears. Only when we put on our headphones, we start to follow different rules: music gives the environment a new and different rhythm, every day life does not belong to the others anymore - and the strange, uncanny freedom of listening begins.


 Stadtmuseum, Aarau
18. März, 15 Uhr.



Unfreiwilliges Erbe

Die Stimmen aus dem Kopfhörer sind Totenstimmen. Sie werden – wie jedes Erbe – in die Welt entlassen, ohne dass ihre Erblasser den Umgang mit ihnen noch kontrollieren können. Sie zerstreuen sich über das Depot des Museums, verlassen aber auch dieses und vergegenwärtigen im Stadtraum ein unfreiwilliges Erbe: das des Faschismus. Dabei geht es weniger um eine historische Aufarbeitung, als um die unheimlichen Wiedergänger des Erbes in jüngster Zeit: die Herrschaft des Ressentiments, die Angstlust an einer paranoiden Weltwahrnehmung und die Wiederkehr des autoritären Charakters. Die HörerInnen aktualisieren die in QR-Codes gleichsam sichtbaren und verborgenen Stimmen vor Ort. Die Hörsituationen erscheinen dabei selbst als unkontrollierbares Erbe, als Produktion, in der die Frage nach der politischen Verantwortung und Handlungsfähigkeit bearbeitbar wird.




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Ausgehend von Günter Sterns erstmals seit 1930 wiederveröffentlichten Text 'Spuk und Radio' haben wir Texte und Überlegungen zum Radio als Medium zusammengestellt, die sich der gängigen Perspektive (100 Jahre Radio in Deutschland) entziehen. Es geht um die Gespenstigkeit der vervielfältigten Stimme, die Geister des DX-Fishing und der Flugapparate Brechts, um die eingebildeten Massenhysterie an Halloween 1938, die paranoiden Radiotheorien des 20. Jahrhunderts, eine Philosophie des Radios, Radio Alice und der Katastrophe, die das Radio - wie in Ruanda in den 1990er jahren produzieren kann.

Mit Beiträgen von Michaela Melián, Brandon LaBelle, Ole Frahm, Klemens Gruber, John Mowitt, Patrick Primavesi, Milo Rau, Jeffrey Sconce und Andreas Stuhlmann.

Eine Besprechung im Feuilletongespräch auf Deutschlandradio
Und hier eine Rezension im SWR-Dokublog
www.kulturgespenster.de